Freitag, 1. September 2017

DER ACHTE TAG

Es war der bis dahin aufregendste Sommer meines Lebens. Die Welt war auf einmal dort zu Gast, wo ich lebte. All die exzentrischen Persönlichkeiten, die nach Bregenz angereist waren, die verschiedenen Sprachen, das Orchester, die gigantische Seebühne, alles war spannend und neu.
Es war der Sommer des Fidelio, alles drehte sich thematisch um die Freiheit. Auf einmal entdeckte ich, dass uns Werke alter Meister tatsächlich noch etwas zu erzählen haben.
Für mich als Vorarlberger Teenager eine Offenbarung, die Erweckung eines vermeintlich künstlerischen Kampfgeists, der mich glauben ließ, ab nun gegen alle möglichen realen und imaginären Vorgaben rebellieren zu müssen.

Mein erster Job bei den Bregenzer Festspielen, war der eines „Rara-Girls“. Dies klingt weitaus verruchter als es im Endeffekt war. Meine Kolleginnen und ich hatten in einem glitzernden Chearleaderoutfit  um den Darsteller des „Ministers“ zu tanzen. Geprobt wurde soviel, dass ich die Originalchoreographie selbst heute noch jederzeit, selbst aus dem Schlaf gerissen, ad hoc zu den Finalakkorden von „Heil sei dem Tag“ mittanzen könnte.
Ich wurde von einer Begeisterung für die Welt der Oper erfasst, die mich nie wieder losließ. Gleichzeitig entstanden in jenem Sommer Freundschaften, die bis in die Gegenwart andauern. 

Und dann kam er: der Morgen nach der letzten Aufführung. Er stellte zu jenem Zeitpunkt die absolute Katastrophe für mich dar. Mit den Abreisen der Künstler und dem technischen Abbau begann die sofortige Auflösung jener Welt, die mich verzaubert hatte. Wenn ich etwas wahrhaftig nicht wollte, dann war es jetzt zurück in die Schule zu müssen. Zurück in ein Korsett aus Routine und unangenehmen Pflichten, in einen Alltag, der recht wenige Überraschungen zu bieten hat.

Ich fühlte mich gefrotzelt beim Anblick des strahlend blauen Himmels. Da hatte man unzählige Proben und verregnete Vorstellungen durchgefroren und dann, wenn ein trostloser Dauerregen der eigenen Stimmung deutlich besser entsprochen hätte, fand sich nicht die Spur eines Wölkchens am Firmament.

Das Gefühlskarussel dreht sich seither jeden Sommer auf dieselbe Weise. Alle Jahre wieder habe ich das Gefühl, nach einem fulminanten Schlussapplaus, als einzige in einem riesigen Publikumssaal sitzen zu bleiben. Nur ein Depp würde jetzt „Zugabe!“ rufen, und dennoch scheine ich durch eine Art innerlichen Sitzstreik genau dies erwirken zu wollen. Es folgt ein zum Scheitern verurteilter Versuch, einen Montag in den achten Tag der vergangenen Woche zu verwandeln, quasi einen Satz nach dem Finalsatz zu komponieren. Nur gelangt dieser nie zur Aufführung. 




„Es sind doch nur neun Monate, dann geht der ganze Zirkus schon wieder los“, tröstete mich einst ein leicht entnervter Kollege, der meine Sentimentalität spürbar nicht nachvollziehen konnte. Er sah keinen Grund zur Wehmut, was das Saisonende betraf, hatte er doch wie sich später herausstellte, große Reisepläne. Im November erhielt ich eine Postkarte aus Nepal mit den Worten: „Nur noch sieben.“ Mein persönlicher Beweis, dass es auch anderen zumindest manchmal genauso so geht wie mir.

Mein Eintritt in die Berufswelt war zugegebenermaßen nicht in jeder Hinsicht so berauschend. Ich kann mich an meine erste Hospitanz erinnern, in welcher ich nächtelang in nicht enden wollenden Beleuchtungsproben im strömenden Regen mit einem Fahrrad samt Sarg-Anhänger um die Seebühne radelte, da ich den Leichenbestatter in Gershwins "Porgy und Bess" mimen musste. Der Sarg wog gefühlte Tonnen und mir ist bis heute nicht klar, warum für diese eigentlich recht kurze Szene, stundenlang Scheinwerfer eingestellt und programmiert werden mussten.
Es war derselbe Sommer, in dem mich eine später als schizophren diagnostizierte amerikanische Mezzosopranistin eine beachtlich hohe Treppe hinunter stieß, da sich die Arme - warum auch immer - eingebildet hatte, ich wäre eine Undercover-Agentin des CIA, die es auf sie abgesehen hätte. Seltsamerweise nimmt man solche Geschehnisse im Laufe eines langen Fespielsommers schon fast als normal hin. Ich war dennoch höchst erleichtert, als ich den Namen der besagten Dame im Folgejahr nicht mehr auf der Chorliste fand.

Und doch manifestierte sich während dieses Sommers irgendetwas, das mich dazu bewegte, weiter in diesem Feld arbeiten zu wollen. Während meines gesamten Studiums blieb ich den Festspielen treu, kam jedes Jahr zurück, um als Regieassistentin und nach Beendigung meines Studiums im Künstlerischen Betriebsbüro zu arbeiten.

Und auch heute als Musikmanagerin, treibt es mich im Sommer nach wie vor mit Begeisterung von Festival zu Festival. Natürlich könnte man einfach ein paar Wochen am Strand liegen, doch was gibt es Schöneres als nach einem beflügelnden Konzert in einer romanischen Kathedrale unter alten Platanen eines französischen Marktplatzes zu sitzen und mit Freunden bis spät in die Nacht zu essen, trinken und zu lachen. Oder in Glyndebourne zwischen Pimm’s und Picknick, unbekannte Cavalli-Opern zu entdecken? Nur ein Herz aus Stein könnte sich bei einem wildromantischen Sonnenuntergang nicht, zumindest für ein paar Stunden, in einen Rodolfo verlieben oder einer Carmen, Floria Tosca oder Poppea verfallen.

Der Zauber wirkt nich nur verlässlich bei den großen Klassikern der Opernliteratur. Vor wenigen Tagen schmolz ich dahin, als unter dem Grafenegger Sternenhimmel Alban Bergs Gedichtvertonung erklang:
Nun ziehen Tage über die Welt,
Gesandt aus blauer Ewigkeit,
Im Sommerwind verweht die Zeit.

Es liegt wohl am Sommer, dass sich alles intensiver anfühlt, auch die Musik.
Mir scheint, wir geben uns mit mehr Wagemut jenen musikalisch fantastischen Welten hin und nicht nur diese scheinen mit einem Mal lebendiger, auch wir selbst.

Es ist nicht so, dass ich mich nicht auf den Herbst freuen würde, dass ich nicht gespannt wäre auf die ersten Premieren der Saison, darauf in einen vertrauten Rhythmus zurück zu kehren.

Aber dann, spätestens beim Durchblättern und Einordnen der verschiedenen Festivalprogrammhefte in mein Wiener Bücherregal, da kommt er, der unausweichliche Moment, in dem ich mir eingestehe: Manche Dinge ändern sich auch mit Ende dreißig nicht. Ich will noch immer nicht zurück in die Schule. 





Petra R. Klose, Wien, September 2017




(c) M. Aipperspach
Petra R. Klose studierte Theaterwissenschaft und Germanistik, daneben Ausbildung in Ballett und Harfe. Sie arbeitete in den Bereichen Dramaturgie, Regie und Produktion für die Wiener Festwochen, Bregenzer Festspiele, Wiener Konzerthaus, Burgtheater und die Opéra de Lyon. Gründerin der Agentur K und K Wien, seither Zusammenarbeit mit Veranstaltern wie dem Festival Aix-en-Provence, Glyndebourne Festival, Mozartwoche Salzburg, Theater an der Wien, Bolschoi Theater, Teatro Real, Staatsoper Berlin, Musikverein und der Mailänder Scala.

Mittwoch, 24. Mai 2017

GLYNDEBOURNE FESTIVAL - eine Ansage gegen die Verdrießlichkeit

Von der Liebe zur Oper, könnte ein schönes Motto sein, oder im Falle von Glyndebourne noch treffender: von der Liebe zu einem ganzen Opernhaus, mehr noch, einem ganzen internationalen Opernfestival.

Glyndebourne Festival wurde 1934 von John Christie und der Opernsängerin Audrey Mildmay auf dem Anwesen der Christie Familie in Sussex gegründet.

Bis heute nimmt Glyndebourne unter den weltweiten Opernfestspielen eine Sonderstellung ein, denn welch anderes Festival schafft es wahrhaft, seine Besucher in eine andere, romantischere Welt zu entrücken. Klingt weit hergeholt? Dann haben Sie Glyndebourne noch nicht erlebt.
In einer berauschen schönen Naturkulisse, zwischen weidenden Schafen, inmitten duftend malerischer Rosengärten, nimmt man sich noch wahrhaftig Zeit für die Musik. Zeit zum Entdecken und Wiederentdecken eines Werkes, Zeit zum profunden Erarbeiten eines Stücks und Zeit, es in vollen Maßen unter Mitwirkung internationaler Spitzenmusiker zu genießen. So viel Zeit, dass man fast meinen könnte, hier wäre sie stehen geblieben, wenn man den grünen Rasen Glyndebournes betritt. Very old fashioned möge man meinen, wenn man all die Bilder der Champagner sippenden in Abendkleid und Smoking gekleideten Gäste auf ihren Picknickdecken sieht.
Dabei sind die Inszenierungen zumeist modern, sich schonungslos aktuellen Themen und der konkreten Alltagsrealität stellend. Auch scheut sich die Festivalleitung nicht, immer wieder neue Werke in Auftrag zu geben. Vielleicht ist es genau dieser Kontrast, die entrückte Schäferidylle der Landschaft und deren friedvolle Ruhe, die eine solch intensive Auseinandersetzung und Reflexion zulässt.

  
Vor der Vorstellung

Da Gyndebourne so etwas wie ein Märchen ist, waren die Grundsteine des Festivals tatsächlich die Liebe und eine gemeinsame Passion für die Oper, nämlich jene der Festivalgründer John Christie und Audrey Mildmay. Letztere war eine britisch kanadische Sopranistin, von deren Stimme und Charme der Musikliebhaber John Christie so angetan war, dass er sich bei deren ersten Begegnung während einer privat organisierten Aufführung von Mozarts Entführung aus dem Serail in Glyndebourne Hals über Kopf in sie verliebte. Kurz nach deren Heirat begann er mit der Verwirklichung seines Traums, dem Bau eines Opernhauses. Eine Anekdote besagt, Audrey Mildmay hätte damals zu ihrem Mann gesagt: "Wenn Du schon vor hast, Dein ganzes Geld dafür hinauszuwerfen, dann mach es bitte ordentlich".
Die Konstruktion jenes Hauses, das für Jahrzehnte sowohl Intimität als auch technisch hohe Standards bieten sollte, dauerte einige Jahre und so fiel die Fertigstellung in jene düster stürmische Zeit, in der Europa auf den zweiten Weltkrieg zusteuerte. Zwei prägende Persönlichkeiten, geflüchtet aus Nazi Deutschland, eröffneten die erste Saison im neuen Opernhaus, der Dirigent Fritz Busch und  der Regisseur Carl Ebert.

Die Gründer Audrey Mildmay und John Christie

Der nächst gelegene Ort, in welchem auch die meisten der Künstler untergebracht sind, ist das kleine Städtchen Lewes, eigentlich nicht viel mehr als eine kleine Geschäftsstraße, eine Burg, ein paar Pubs, Cottages und ein Bahnhof. An jenem kommen nun seit über 80 Jahren während der Festivalsaison, Menschen in Abendkleidung von Londons Victoria Station an und lassen sich samt ihrer oft beträchtlichen Picknickausstattung von einem Sammelbus nach Glyndebourne fahren. Jenen, die ein Taxi nach Glyndebourne bevorzugen, ist zu empfehlen, auch die Rückfahrt bereits im Vorfeld zu buchen, denn ab den späteren Abendstunden, gibt es keine Garantie, dass in Lewes noch ein Telefon abgehoben wird, zumindest bei keiner der lokalen Taxigessellschaften. Die Uhren an jenem Ort ticken eben anders.

1994 wurde das neue Opernhaus eröffnet. Moderner ausgestattet und größer als in seinen Anfangsjahren, hat sich der Veranstaltungsort dennoch sein einzigartiges Flair als stilvolle Manege der hohen Kunst und Lebenslust bewahrt.

Nicht nur auf, sondern auch hinter der Bühne scheinen sich in Glyndebourne manche Geschichten zu wiederholen, so auch im Privatleben der Familie Christie. Diesmal war es nicht Mozart sondern Händel, der eine international gefeierte Sopranistin nach Glyndebourne lockte. Die australische Sängerin Danielle de Niese und Gus Christie, Enkel der Festivalgründer und Chairman des heutigen Festivals, lernten sich während einer Produktion von Giulio Cesare kennen, in welcher Danielle de Niese in der Partie der Cleopatra  zu erleben war. Inzwischen sind die beiden verheiratet und haben einen Sohn. Wie einst Audrey Mildmay brilliert die Sopranistin nicht nur auf der Bühne, sondern erfüllt neben ihrem Mann auch die Rolle der Gastgeberin, was in einem so persönlich geführten Haus und Ambiente wie Glyndebourne eine wichtige Rolle spielt. 

Glyndebourne Estate

Selbst jene die sich vor ihrem ersten Besuch skeptisch zeigen und befürchten, mit zuviel steifer British Upperclass konfrontiert zu werden, müssen sich am Ende wohl eingestehen: Dieser Ort ist einfach zu schön, die Qualität und der Tiefgang der Produktionen zu beeindruckend, um irgendeinen Grund zu ersinnen, der es einem ermöglichen würde, dieses Märchen, nur 50 Meilen südlich des hektischen Londoner Zentrums, nicht aus vollem Herzen zu genießen.

Glyndebourne ist eine künstlerische Ansage gegen die Verdrießlichkeit, die Schnelllebigkeit und die Resignation. Denn dort wo aus Leidenschaft einst zwischen Schafsweiden ein neues Zuhause für die Kunst erschaffen wurde, fällt es einem leicht, das Leben zu feiern und dabei zu glauben, dass die Oper uns nach wie vor berühren, bewegen und Mut schenken kann, auch außerhalb dieses unvergleichlichen Opernmärchens.

Links:



P. R. Klose, Lewes, Mai 2017


Samstag, 6. Mai 2017

UNESCO Jazz Day in Jerusalem

Please find an English feature below.

TRIO BALDACHIN BEIM UNESCO INTERNATIONAL JAZZ DAY IN JERUSALEM

Wenn Jazzgrößen rund um den Globus auftreten, um gemeinsam in Konzerten die internationale Bedeutung des Jazz zu feiern, handelt es sich um den jährlich stattfindenden UNESCO International Jazz Day, eine vor sechs Jahren gegründete Initiative, die seither weltweit am 30. April stattfindet.

Trio Baldachin auf dem Dach des Österreichischen Hospiz

Der Jazz symbolisiert wie keine andere Musikrichtung Freiheit, Kreativität und Offenheit. Jazz ist eine Weltsprache, die überall verstanden wird und es auf wundersame Weise schafft, Barrieren jeglicher Art zu überwinden und unterschiedliche Menschen, Stile und Kulturen zu verbinden. Ein Trio, das die Zauberformel hierzu eindeutig zu besitzen scheint, ist das österreichische Trio Baldachin, dessen Mitglieder Lukas Schiemer, Benjamin Schiemer und Niklas Satanik ihr Publikum nicht nur durch ihre Kompositionen und mitreißenden Performances begeistern, sondern auch durch ihre Flexibilität und eine außergewöhnliche Instrumentenauswahl verblüffen. So verschmelzen Saxophone, Klavier, eine indische Sitar, Percussion, Gitarre und die Hang, ein neues Schweizer Musikinstrument, zu einer dem Ensemble ganz eigenen Klangsprache. 
Die drei erfolgreichen österreichischen Künstler gelten als musikalische Grenzgänger, die ihr Publikum mit Spontanität und Einfallsreichtum auf Reisen durch überraschende Klanglandschaften führen und ihnen dabei Geschichten und Bilder mit auf diese Reise geben, die auf originell, poetisch und durchaus humorvolle Weise die Entstehung eines jeden Werkes näher bringen. 

Benjamin Schiemer

In Jerusalem, einer Stadt, deren Alltag zum einen von nicht enden wollenden politischen Spannungen geprägt ist und gleichzeitig wie kaum ein anderer Ort, für das Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen und reicher Traditionen steht, kommt dem UNESCO International Jazz Day eine ganz besonders große Bedeutung zu. Das Österreichische Hospiz, bereits mehrfach Gastgeber des UNESCO Jazz Days, liegt an der berühmten Via Dolorosa, nur wenige Schritte von der Grabeskirche, dem Felsendom und der Klagemauer entfernt. 

Für das von Rektor Markus Bugnyar geleitete Haus geht es darum, über die Musik ein kraftvolles positives Lebenszeichen in die Welt zu senden, ein künstlerisch und menschliches Statement, die  am Ort vorhandene bunte Vielfalt als Chance zu begreifen.
Ganz in diesem Sinne, gaben die Musiker des Trio Baldachin, während ihrer vom Österreichischen Kulturforum geförderten Reise, nicht nur Konzerte, sondern boten in den darauffolgenden Tagen auch Workshops für junge palästinensische Künstler an, die zu inspirierenden musikalischen Begegnungen führten.    

Lukas Schiemer

Menschen zahlreicher Nationen und Religionen versammelten sich zur diesjährigen Ouvertüre auf der Dachtrasse des Österreichischen Hospizes, um den Musikern vor der atemberaubenden Kulisse der historischen Altstadt zu lauschen. Die Feierlichkeiten zum Jazz Day wurden danach im Salon des Hospizes fortgesetzt.  Zuschauer, die keinen Platz mehr erhielten, hörten dem Konzert in den Gängen des Hauses zu. 
„This music is so full of joy“, sagte eine der jüngsten Zuhörer am Ende des Konzerts. Die Performance des österreichischen Trios war damit auch ein Tribut an die Lebensfreude, die durch den Jazz verkörpert wird. Das Publikum dankte mit Standing Ovations.  



UNESCO INTERNATIONAL JAZZ DAY FEATURING TRIO BALDACHIN

„We celebrate the international art form of jazz and its power to promote dialogue among cultures, to make the most of diversity, to deepen respect for human rights and all forms of expression.“ This message was sent out by Irina Bokova, Director-General of the UNESCO, to all participants of this year’s UNESCO International Jazz Day, a yearly event taking place around the world on April 30th.
It is hard to imagine a place more appropriate for this mission than Jerusalem, a city of tensions and political crisis but at the same time a crosspoint of cultures, lively traditions and rich artistic heritage. There, in the very heart of the Old City, the UNESCO Jazz Day celebrations took place at the Austrian Hospice featuring the Austrian ensemble Trio Baldachin with performances at its panoramic roof top terrace and in its Imperial Salon. 

Known for their unique and stylistically open approach, the music of the trio took listeners on a rich and varied sonic journey that crossed multiple genres and regions. By successfully merging various elements of world music with jazz, rock, blues, and traditional Indian music, the musicians managed to break down stylistic borders and explored new musical territories. The concert turned straight from the beginning into a thrilling and entertaining musical road trip offering its listeners in the background a breathtaking view over the roofs of Jerusalem’s historic Old City including the famous Holy Sights of Christian, Jewish and Muslim faith. The event later continued in the beautiful ambiance of the Austrian Hospice’s historic salon.

All through the concert the Baldachin Trio fascinated with its unusual combination of instruments: the Swiss “hang”, the Indian sitar, percussion, piano and two saxophones merged into ethno-jazz, which was given even more liveliness through free improvisations. The audience in the Austrian hospice’s overcrowded salon thanked the artists with frenetic applause and standing ovations.

Niklas Satanik

During their stay, the musicians Lukas Schiemer, Benjamin Schiemer and Niklas Satanik also immersed in encounters with Palestinian musicians, in which all participants enjoyed the inspirational cultural exchange and the discovery of each other’s musical styles and repertoires. The artists’ personal and artistic curiosity lead to new musical experiences, unheard harmonies and capturing sound effects. Trio Baldachin’s contribution to the UNESCO International Jazz Day celebrations in Jerusalem therefore reflected the meaning of the worldwide initiative which, in the words of UNESCO goodwill ambassador Herbie Hancock is “crucial to ensuring that all people continue to hear this positive message and the music behind it”.

Edmond Baseel, Malak Abuteir and Lukas Schiemer at a workshop




Links:
www.baldachin.gehdanke.at
www.austrianhospice.com
www.jazzday.com


Petra R. Klose, Jerusalem, May 2017

Freitag, 31. März 2017

THE AMERICAN COLONY CONCERT SERIES - Classical music at a legendary venue

Imagine finest chamber music performed by prize winning soloists and international opera stars under a deep blue heaven with golden stars. Imagine an ambiance in which people of all religions and cultural backgrounds meet to savour musical masterpieces in a stunningly beautiful, historic and elegant setting. 


Ceiling of the Pasha Room

The American Colony Hotel in Jerusalem is a neutral and peaceful island, in a region of turbulant daily life politics. It has always had friends from all sectors of Jerusalem’s mixed society. An oasis where Jews and Arabs comfortably meet, it is also a favorite haven for international journalists, high-ranking officers of the United Nations, diplomats, well known actors, painters and musicians from across the world. 
Classical music has always played an important role in the rich history of the famous American Colony. Through centuries it was not only a place of historic encounters of world known personalities from Lawrence of Arabia to the political leaders of today. It has also been a place of arts and creation. The hotel’s archives house old scores and music written at or for the American Colony. Today artists from around the world are meeting again in Jerusalem to bring history back to life and to create a new musical adventure for Jerusalem: The American Colony Concert Series. 

Rita Manning, Deirdre Brenner and Tara Erraught

The concerts are held at the Pasha Room. The impressive and at the same time intimate hall is situated in the Main House and was built in the mid 19th century by Pasha Rabah Effendi El Husseini on the ruins of an older Ottoman style building. The elegant room, which offers after its recent renovation excellent acoustics, is graced with a magnificent hand-painted wooden ceiling, one of the only examples of its kind in the Middle East. 


Marco Frezzato

Each evening offers special musical discoveries. The concert repertoire reaches from Baroque to Viennese Classicism and French Impressionist Music. Classical musical soirées feature a colorful repertoire, also including unkown historic and contemporary compositions of the Middle East. 
The program involves musicians and ensembles from Europe, Israel, Palestine and the United States and included opera stars like Tara Erraught, Jérôme Varnier and Thomas Zisterer, pianists Marouan Benabdallah, Deirdre Brenner, Maria Neishtadt and Thomas Palmer, violoncellist Marco Frezzato and violinist Rita Manning.  


Baritone Thomas Zisterer and pianist Maria Neishtadt at the colony

The new American Colony Concert Series are supported by several diplomatic missions, cultural institutions and music associations with the aim to revive the strong and rich musical traditions of an exceptional place and to set new artistic standards for the region in and around Jerusalem.


Marouan Benabdallah


The atmosphere at the concerts is special. The audience is mixed, young and old, students and diplomats, experts and new music lovers. Many of them arrive long before the event to gather around the fountain of the old shaded courtyard full of flowers and old mulberry trees or to promenade through the glorious gardens. And all of them usually stay long after the concerts, maybe to have a seat on the terrace to reflect silently on all the musical moments or to enjoy the many lively conversations over refreshments, a good glass of wine or fresh lemonade in the reception hall. 


The old courtyard at the American Colony Hotel

Life in this zone of the world is not always easy, therefore the American Colony Concert Series are commited to offer an experience of beauty through a splendid musical program, exceptional artists and a heartfelt welcome to a place which has always been a venue of exciting and interesting new  encounters. 


American Colony Hotel
1 Louis Vincent Street,
Jerusalem 9720071
General Manager: Thomas Brugnatelli

Curator of the American Colony Concert Series:
Petra R. Klose
Information about artists and upcoming programs: concerts@kundkwien.com

Information about the American Colony Hotel and ticket reservations: admin@amcol.co.il
Phone: +972 (0)2-6279702
www.americancolony.com

Mittwoch, 23. November 2016

A MUSIC LIBRARY FINDS ITS NEW HOME


The initiative to create a new music library for Palestine was launched by the Vienna based music agency K und K Wien at the end of 2014. Petra Klose, the founder of the agency and her team developed a new music project for Al Quds University operating within a network of Palestinian and international music institutions and offering talented students from all backgrounds the chance to develop their knowledge, skills, understanding and artistic expression to help them to contribute to musical life in Palestine and abroad.
Through the years the commitment of renowned artists from France, Austria, Germany, the Czech Republic, Canada, Australia, Switzerland, Germany, Finland, Poland, Hungary, the U.K., U.S.A., Belgium, Morocco, the Netherlands and Slovenia led to spectacular results, one of the most incredible developments has now come to bloom - the establishment of a new Palestinian Music Library. 



This library is the impressive result of joint efforts of the dynamic international music community and the unlimited possibilities of today’s social media. Music manager Petra Klose sent an e-mail to friends and colleagues in Europe and the U.S.A. asking if they would be willing to send spare music material or instruments to Palestine. A few days later she found her e-mail shared via Facebook, Twitter as well as by several prominent music platforms on the internet. As a result, artists from all corners of the world sent their music scores, CDs and instruments. Important music institutions donated whole sections of their own libraries. Among the many contributions is the highly precious heritage of the famous Austrian conductor Dietfried Bernet. 


Dietfried Bernet

Maestro Bernet was admired at opera houses and concert halls across Europe and worked with orchestras such as the London Philharmonic, Orchestre National Paris, Vienna Symphonic Orchestra, Vienna Philharmonic Orchestra, RAI Rome, Berlin Philharmonics and the Chicago Symphony Orchestra.

The new library includes specialized literature, scores, partitions, orchestra material and recordings. It therefore offers a musical infrastructure which is very much needed in the region and which represents a milestone in the development of a versatile and professional Palestinian music scene. At the same time it is a positive symbol for the power of music and a beautiful example of what is possible through the support of united artists around the world.

The material was sent to the Austrian Cultural Forum in Tel Aviv through diplomatic courier and was then registered at the Austrian Hospice in the Old City of Jerusalem. The main part of the immense music collection now found its new home at Bethlehem University where it is currently installed by the head of the library, Dr. Mellie Brodeth and her team. Another part will be situated in the very heart of Jerusalem’s Old City, in the public library of Al Quds University. Both institutions will open their doors to all professional musicians and students of the region in order from ow on have access to these music treasures.

Michael Sansur, Johanna Lonsky and Peter Bray

“In people’s lives, there needs to be an experience of beauty, a beautiful campus, beautiful library, beautiful ambiance, even beautiful music.” said Brother Peter Bray, Vice Chancellor of Bethlehem University who expressed his thanks to all donators as this new library iful ambiance, even beautiful music.” said Brother Peter Bray, Vice Chancellor of Bethlehem University who expressed his thanks to all donators as this new library symbolizes hope for his students. 

The music library was officially handed over by the Austrian actress Johanna Lonsky, wife of Maestro Bernet. „The decision to donate my late husband´s musical archive was made in an instant, when Petra Klose approached me, as it just felt absolutely right. There are indeed similarities between Dietfried Bernet´s earliest years and the destiny of these young students, facing these most difficult circumstances and in spite of this fact, pursuing studies at the Music College.“  

The Austrian conductor Dietfried Bernet was born in Vienna in 1940 in the middle of World War II. His musical talent was discovered already in his early childhood and although being born into a poor working class family he managed even as a young boy to earn money -   with tutoring lessons for younger pupils or selling for some pennies the tiny textile waste of his mother, who was working as a seemstress. Thus he could afford second and third hand music sheets, music publications and small music scores. A part of this initial  musical collection has survived throughout at least 18 removals throughout 50 years and one can find this amongst the Dietfried Bernet legacy which has now arrived in Bethlehem.

„Bethlehem University is honored and delighted to house this prestigious collection especially when some of it belonged to Maestro Dietfried Bernet.“ said Michael Shibly Sansur, Executive Vice President of the university. 

Johanna Lonsky and Sister Patrica Crockford


During her visit to Bethlehem University, Johanna Lonsky enjoyed a lively encounter with the music students of Bethlehem University. Encouraged by their professor, Sister Patricia Crockford, some of them gave a spontaneous performance on the piano or expressed their feelings and experiences of becoming an artist, discussing their joys, fears and dreams for the future. 

At the end of her inauguration speech Johanna Lonsky encouraged the students to continuously take a stand for their talent as „it is the arts that gives people hope, that nourishes, that makes it posssible to endure anything. The arts make people sense, who we really are in the depth of our being.


Music class with Patricia Corckford, Johanna Lonsky and Petra Klose

Links:

English press release of Bethlehem University

German press release of Bethlehem University

Al Quds University Public Library

Website K und K Wien

Website Austrian Hospice

Website Austrian Cultural Forum

Website Johanna Lonsky


Sonntag, 18. September 2016

VERBORGENE SCHÄTZE

Ankunft am Bahnhof Bad Ems, mit dem Zug zwei Fahrtstunden von Frankfurt entfernt, vorbei an malerischen Schlössern, Weinbergen und den Strömen des Rheins, der Mosel und der Lahn.

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, ein Schild weist in Richtung „City“, eine goldene Platte verweist auf den ehemaligen „Fürstenempfangssaal“. Die Bahnhofshalle des sogenannten Fürstenbahnhofs gilt trotz ihres großen Namens als die kleinste im Netz der Deutschen Bahn. Ihre Entstehung verdankt sie der hohen Bedeutung von Bad Ems als Kurbad in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.


Kurstadt Bad Ems


Weitere Tafeln zieren die Straßen der Häuser in unmittelbarer Bahnhofsnähe. Hier wohnte Dostojeweski, dort Paganini, an jener Stelle Wagner, in der Nähe von Franz Liszt - und das berühmte Grand Hotel neben dem imperialen Bad beherbergte vom russischen Zaren über den Deutschen Kaiser eine nicht enden wollende Zahl von Prominenten diverser Jahrzehnte.

Ein Künstler dessen Bezug zur Kurstadt Bad Ems in den vergangenen Jahren besondere Aufmerksamkeit erfährt, ist Jacques Offenbach.  Er wirkte hier von 1858 bis 1870 als Theaterleiter, Kapellmeister, Regisseur und Komponist im noch heute erhaltenen Kurtheater der Stadt.


Jacques Offenbach Promenade an der Lahn

Die ansässige Jacques Offenbach Gesellschaft bemüht sich um die Pflege und wissenschaftliche Aufarbeitung der Werke des Komponisten und setzt sich mit großem Einsatz auch für die Aufführung heute vergessener Meisterwerke ein. Ein Werk, das zweifellos zu dieser Gattung gehört, ist „Les Bergers“, das am 10. September 2016 in einer Inszenierung der aus Bad Ems stammenden international tätigen Regisseurin Annegret Ritzel zu seiner höchst erfolgreichen deutschen Erstaufführung gelangte. Wir sprachen mit ihr über die Arbeit am wiederentdeckten Stück und ihrer Beziehung zur Kulturstadt Bad Ems:

Wie kam es zu der Produktion des unbekannten Werkes „Die Schäfer/Les Bergers“?

Annegret Ritzel: Das Ziel der Offenbach Gesellschaft mit Sitz in Bad Ems ist, möglichst viele unbekannte Werke von ihm aufzuführen. Der Leiter der Gesellschaft, Dr. Ralph Patocka, hat mich auf dieses Stück hingewiesen.


Annegret Ritzel vor der Premiere


Was macht „Die Schäfer“ in Ihren Augen zu einem Meisterwerk? Wodurch zeichnet sich das Stück aus?

Annegret Ritzel: Die Wahl des Stoffes, nämlich die Betrachtung der Liebe in verschiedenen Jahrhunderten, also von der idealen Liebe im Schäfer-Arkadien Griechenlands über die Dekadenz zur Zeit von Ludwig dem XV. bis hin zum Abstieg der Liebe als reinem Geldgeschäft in der Neuzeit, ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in der Musikgeschichte. Zudem hat Offenbach hier in drei Stilen komponiert: Der 1. Akt ist der Stil der Opera seria, der 2. Akt der der Opera comique und der 3. Akt der opera Bouffe. Offenbachs Musik hat über weite Strecken normativen Charakter. Das heißt, die Musik gibt die Szene vor. Das ist auch so bei Mozart. Man muss als Regisseur nur ganz einfach der Musik folgen und schon ist eine Szene da. Man kann sich richtiggehend auf ihn verlassen.
Das ist ganz anders bei Verdi und Bellini/Donizetti. Wagner ist mal so, mal so.


Nataliia Ulasevych

Wie gestalteten sich die Proben zwischen Wien und Bad Ems?

Annegret Ritzel: Wir haben mit den Studenten der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien gearbeitet und nur die Endproben in Bad Ems gemacht.

Dominik Söns und Melanie Wurzer


Sie selbst stammen aus Bad Ems. Wie hat sich die Stadt in Ihren Augen im Laufe der Zeit entwickelt?

Annegret Ritzel: Vom pompösen Kaiserbad anno dazumal zu einer kleinen, hübschen Urlauberstadt, in der die Urlauber fehlen. Wir versuchen mit Kultur die Stadt aufzuwerten, was aber sehr schwer ist.

Annegret Ritzel während einer Probe in Bad Ems

Was wünschen Sie der geschichtsträchtigen Stadt Bad Ems für die Zukunft?

Annegret Ritzel: Es steht ja zur Debatte, dass Bad Ems Kulturhauptstadt werden soll. Ich glaube noch nicht so recht daran, aber das würde natürlich der Stadt großen Auftrieb verleihen, was sie eigentlich verdient hätte.



Finale "Die Schäfer"


Präsentiert wurde die Produktion im Rahmen des Festivals-gegen-den-Strom, an welchem Annegret Ritzel seit einigen Jahren beteiligt ist. Das Festival, das seinen Titel durch die Legende des Heiligen Lubentius fand, dessen Leichnam von der Mosel aus auf dem Wasser lahnaufwärts - gegen den Strom - bis nach Dietkirchen gelangt sein soll, vereint Gemeinden zwischen Lahnstein und Diez. Initiator ist der engagierte Geschäftsmann Diethelm Gresch, der das Festival ins Leben rief und dessen Begeisterung für die zahlreichen kulturellen und historischen Stätten der Region keine Grenzen kennt: „Wir haben wundervolle Schauplätze zwischen Lahnstein und Diez: Burgen, Kirchen, das Steinsche Schloss in Nassau, Kloster Arnstein, das Kurtheater und den Marmorsaal Bad Ems, Häckers Grandhotel und das Leifheit-Kulturhaus in Nassau.“ 


Festivalleiter Diethelm Gresch

Unermüdlich setzt sich Diethelm Gresch für die Belebung jener historischen Orte durch ein breit gefächertes Programm ein, kennt Anekdoten und Geschichten und weiß prominente Künstler wie Festivalgäste gleichermaßen zu begeistern, wobei auch die Jugendförderung durch integrative Projekte und Meisterklassen nicht zu kurz kommt. Durch vielseitige künstlerisch hochwertige Beiträge von der Musik über bildende Kunst, Schauspiel, Philosophie, Literatur und Tanz, sollen unterschiedliche Publikumsschichten angesprochen werden. Sommerbälle und musische Feste runden das Programm ab und laden zum Mitmachen ein. Zu Beginn der Initiative galt es gewisse Hürden zu überwinden, doch die anfängliche Skepsis ist nach acht Jahren einem gewissen Wohlwollen gewichen, bemerkt Diethelm Gresch. Für die Zukunft wünscht er sich, dass Bad Ems zum Weltkulturerbe erklärt würde.

Kurtheater Bad Ems - Offenbachs Wirkungsstätte


Ein wenig wie in einem Märchenschlaf wirkt die kleine Stadt Bad Ems an einem Sonntag Morgen. Wenige Menschen sind auf der sonnigen Promenade zu finden, die in vergangenen Zeiten als mondänes Kurzentrum hunderte Menschen aus allen Himmelsrichtungen anzog. Dass das Städtchen so viele Künstler anlockte, ist nach einem kurzen Blick in die imperial gesellschaftliche Vergangenheit dieses Ortes nicht mehr verwunderlich. Das Kurtheater, der Marmorsaal, die herrschaftlichen Gebäude wie das Schoss Balmoral, das Grand Hotel und das kaiserliche Bad sind Zeugen dieses alten Glanzes. Sie bilden eine Kulisse, die einem aufwendigen Historienfilm entsprungen sein könnte.


Grand Hotel Häcker


Marmorsaal im Staatsbad


Über die Offenbach Promenade vorbei an all den Gedenktafeln kommt der Reisende auf seinem Weg auch an einem kleinen Antiquitätengeschäft vorbei, das den Titel „Schatzkiste an der Lahn" trägt. 
Bereits nach einem kurzen Besuch wünscht man sich an diesen Ort wieder zu kehren und mehr in jener Schatzkiste zu graben. Im Wasser der Lahn spiegelt sich der Glanz vergangener Zeiten, doch der Mut neuer Kulturschaffender verspricht mehr als Nostalgie und Sehnsucht nach der guten alten Kaiserzeit. Das Festival gegen den Strom hat noch viel vor, möge die fürstliche Empfangshalle zukünftig alle jene Besucher empfangen, die Neugier verspüren, einzutauchen und die eine oder andere Perle zu entdecken, die hier - gegen den Strom der Zeit - zu finden ist.


Weiterführende Links:
http://www.festival-gegen-den-strom.de/


"Die Schäfer" während der Offenbach Tage des Festivals-gegen-den-Strom:

Komische Oper in 3 Akten von Jacques Offenbach
Text von Hector Crémieux und Philippe Gilles, Deutsch von Ralph-Günther Patocka

Musikalische Leitung: Felix Barsky
Inszenierung: Annegret Ritzel
Kostüme: Gera Graf

Eros/Intendant/Jeannet: Anna-Sophie Kostal
Myriam/Colin/Nicot: Dominik Söns
Daphne/Annette/La Rouge: Melanie Wurzer
Chrysäa/Marquise/La Sincère: Ghazal Kug
Palämon/Marquis/Vautendon: Michael Feigl
Alphesibé/Amtmann/Le Menu: Nataliia Ulasevych


Die Produktion "Die Schäfer" des Festivals-gegen-den-Strom 2016 in der Inszenierung von Annegret Ritzel kann für Gastspiele gebucht werden.  Ausstattung und Bühnenumsetzung sind tourneegerecht transportier- und flexibel einsetzbar.
Für Preise, Demomaterial und weitere Informationen kontaktieren Sie uns bitte unter office@kundkwien.com oder +43 1 4063365.





P.R.Klose, Kapfenstein, September 2016




Freitag, 13. Mai 2016

DIE WANDERER

"Die Wanderer" is a new concert project featuring unkown pieces by Salomon Sulzer. The project - building bridges between classic Viennese and traditional Jewish music, and between Palestinian, Jewish and International musicians - refers to a well known song written by Franz Schubert and world premiered by cantor Salomon Sulzer in the early 19th century. 

Project "Die Wanderer"


Salomon Sulzer, the Hohenems born chief cantor of the Vienna main synagogue after 1826, was  famous for his fantastic baritone voice. Artists like Franz Liszt, Giacomo Meyerbeer, Robert Schumann and Niccolo Paganini travelled to Vienna only to hear him and praised his exceptional voice and performance. But Salomon Sulzer was also an important composer of his period and the mentor of modern cantorial music.
Bust of Salomon Sulzer

The project has been developed by the Jewish Museum Hohehenems in cooperation with K und K Wien - agency for artists and international projects, and will be presented in partnership with the Hamakom Nestroyhof Theatre in Vienna and the Austrian Hospice in the Old City of Jerusalem. 

The aim of the organizers is to revive Salomon Sulzer's wonderful creations and to present them to a wider audience. The concerts which will take place in Hohenems, Vienna and Jerusalem will involve an ensemble of Austrian, Canadian, Finnish, German and Israeli musicians as well as four extremely gifted young Palestinian voice students.

Rehearsals at the Austrian Hospice in Jerusalem

Rehearsals started in Jerusalem in March 2016 at the Austrian Hospice Academy where the four impressive Palestinian talents were coached by Austrian alto Veronika Dünser and pianist Karl Kronthaler.  
Musical director of the program is Prof.  Lorne Richstone, a prestigious expert in his field who has rediscovered and edited much of Salomon Sulzer’s repertoire. 

Prof. Lorne Richstone

Among the presented pieces are also creations of Salomon Sulzer's sons, Joseph and Julius Sulzer, both renowned artists and composers in Vienna and abroad at their time. Joseph Sulzer was a demanded violoncellist. A selection of his compositions which are unheard in today's music world will be presented by Finnish cellist Liina Leijala.

Liina Leijala
  
Salomon Sulzer was known to be a friend of Franz Schubert. He not only world premiered a big number of Franz Schubert's pieces for baritone, the two composer friends set the same poems to music and quoted each other musically in their creations. Art songs will therefore be a big part of the program interpreted by soprano Shira Karmon.

Shira Karmon
"Die Wanderer" (German for "The Wayfarers") will be performed for the first time at the Salomon Sulzer Hall, a former synagogue in Sulzer's birthtown Hohenems, on June 25th 2016.
The second concert will take  place at the Hamakom Theatre, a historic artdecco building and former Jewish Theatre of Vienna on June 28th 2016. A third performance is planned in Jerusalem in autumn 2016. And hopefully this rediscovery of Sulzer repertoire will lead to more concert performances around the world....


Links to the project and organizing partners:
Links to participating artists:

More information about Salomon Sulzer:

The project is supported by the Cultural Section of the Gouvernment of Vorarlberg.
The organizers still look for sponsors to realize future performances in different locations. Interested donators are able to support the unique artistic project through an amount from 10 EUR to 100 EUR on the following site: 
 
If you would like to support the project through an individual amount or a bank transfer, the Wanderer-Team would be greatful if you would please kindly send your donation to the following bank account of the Jewish Museum Hohenems:

IBAN: At732060200200049971 - BIC: DOSPAT2D - Purpose: "Die Wanderer"



P.R.Klose, Vienna, May 2016